Energieausweis

Was Sie als Hausbesitzer, Mieter und Hauskäufer über den Energieausweis wissen sollten:
Seit dem 1. Juli 2008 sollen Hausbesitzer, Mieter und Hauskäufer die Energienebenkosten schnell und einfach abschätzen können. Helfen soll hierbei der neue Energieausweis. Dieser Energiepass soll auf einen Blick Auskunft über die Energieeffizienz eines Gebäudes geben. Der Energieausweis ist ein Dokument, das ein Gebäude energetisch bewertet. Ausstellung, Verwendung, Grundsätze und Grundlagen der Energieausweise werden in Deutschland in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) sollen die EG-Richtlinie 2002/91/EG (EPBD Energy Performance of Buildings Directive) über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in Deutschland umsetzen.

Wann benötigten Sie als Hauseigentümer einen Energieausweis?
Auf Grund der sehr hohen Zahl von auszustellenden Energieausweisen wird die Ausweispflicht nach § 29 der Energieeinsparverordnung 2007 (EnEV 2007) nur schrittweise und nach Gebäudetypen differenziert wirksam. Der Energieausweis ist seit dem 1. Juli 2008 ein Pflichtdokument für alle vor 1965 gebauten Wohngebäude im Falle des Verkaufs oder der Vermietung. Ab dem 1. Januar 2009 wird er auch Pflicht für alle jüngeren Wohngebäude. Für alle Nichtwohngebäude müssen Energieausweise erstmals ab dem 1. Juli 2009 ausgestellt und ausgehängt werden.
Wer als Hauseigentümer sein bestehendes Haus weder verkaufen noch vermieten möchte, benötigt keinen Energieausweis.

Welche Verfahren gibt es für die Ausstellung eines Energieausweises?
Energieausweise für bestehende Gebäude können entweder auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs oder des gemessenen Energieverbrauchs ausgestellt werden.

Welche Unterschiede gibt es bei den beiden Verfahren für Energieausweis?
Beim Energieausweisen auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs wird der Energiebedarf des Gebäudes im Zusammenwirken mit der Heizungstechnik rechnerisch erfasst und ausgewiesen. Beim Energieausweisen auf Grundlage des gemessenen Energieverbrauchs wird der Energiebedarf über die Heizkostenabrechnungen der Vormieter und/oder Voreigentümer aus den vergangenen 3 Jahre ermittelt. Die Angaben zum Energiebedarf sind beim Energieausweis auf Grundlage des gemessenen Energieverbrauchs abhängig von den Heizgewohnheiten der Hausgewohner.

Welches Verfahren für den Energieausweis müssen Sie als Hauseigentümer anwenden?
Für Wohngebäude mit Bauantrag vor 1. November 1977 und max. 4 Wohnungen müssen die Energieausweise ab 1. Oktober 2008 auf der Grundlage des Energiebedarfs ausgestellt werden. Ausnahmen gelten nur für Wohngebäude, die schon bei der Fertigstellung die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1977 erfüllt haben oder die nachträglich auf den Stand der Wärmeschutzverordnung von 1977 gebracht wurden. Bei alle Gebäude, die nicht für Wohnzwecke genutzt werden, können Sie als Hauseigentümer frei entscheiden, welches Verfahren, berechneter Energiebedarf oder gemessener Energieverbrauch, Sie für den Energieausweis nutzen wollen.
Auch für öffentlich genutzte Gebäude sieht die Energieeinsparverordnung 2007 (EnEV 2007) eine Pflicht zur Ausstellung Energieausweisen vor. Die Pflicht besteht für Gebäude mit über 1000 m² Nettogrundfläche, in denen Behörden und sonstige Einrichtungen für eine große Anzahl von Bürgern öffentliche Dienstleistungen erbringen und die deshalb von diesen häufig aufgesucht werden. Die Energieausweise müssen in diesen Gebäuden an einer für alle Bürger gut sichtbaren Stelle ausgehängt werden.
Für neu gebaute Wohnhäuser ist der Energieausweis auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs bereits seit der Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEv) am 1. Februar 2002 Pflicht. Er wird zusammen mit dem Bauantrag bei den zuständigen Behörden eingereicht.

Wer darf Energieausweise ausstellen?
Die Ausstellungsberechtigung für bestehende Gebäude ist in §21 und §29 Abs. 5 der Energieeinsparverordnung 2007 (EnEV 2007) geregelt.

Zur Ausstellung von Energieausweisen für bestehende Wohngebäude sind berechtigt:
1. Hochschulabsolventen in den Bereichen Architektur, Hochbau, Bauingenieurwesen, Innenarchitektur, Gebäudetechnik, Bauphysik, Maschinenbau bzw. Elektrotechnik.
2. Handwerksmeister, deren wesentliche Tätigkeit die Bereiche von Bauhandwerk, Heizungsbau, Installation oder Schornsteinfegerwesen umfasst
3. Handwerker, deren wesentliche Tätigkeit die Bereiche von Bauhandwerk, Heizungsbau, Installation oder Schornsteinfegerwesen umfasst und die berechtigt sind, ein solches Handwerk ohne Meistertitel selbständig auszuüben
4. Staatlich anerkannte oder geprüfte Techniker in den Bereichen Hochbau, Bauingenieurwesen oder Gebäudetechnik, wenn sie mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen: (A) eine mindestens zweijährige Berufserfahrung in wesentlichen bau- und anlagentechnischen Tätigkeitsbereichen des Hochbaus nach dem Studium ODER (B) eine unbeschränkte Bauvorlageberechtigung ODER (C) eine erfolgreiche und den Anforderungen entsprechende Fortbildung im Bereich des energiesparenden Bauens ODER (D) Ausbildungsschwerpunkt im Bereich des energiesparenden Bauens während des Studiums.
5. Personen, die am 25. März 2007 über eine abgeschlossene Berufsausbildung im Baustofffachhandel bzw. in der Baustoffindustrie verfügen und dazu auch eine erfolgreich abgeschlossene Weiterbildung zum Energiefachberater im Baustofffachhandel bzw. in der Baustoffindustrie beistzen oder die diese Weiterbildung zum Stichtag begonnen und später erfolgreich abgeschlossen haben.

Zur Ausstellung von Energieausweisen für bestehende Nichtwohngebäude sind berechtigt:
Hochschulabsolventen in den Bereichen Architektur, Hochbau, Bauingenieurwesen, Innenarchitektur, Gebäudetechnik, Bauphysik, Maschinenbau bzw. Elektrotechnik.

Die Ausstellungsberechtigung für Neubauten, Änderungen oder Erweiterungen von Gebäuden wird in der Energieeinsparverordnung (EnEV) nicht geregelt. Dies unterliegt den Regelungen der einzelnen Bundesländer.

Was kostet ein Energieausweis?
Die Kosten für einen Energieausweis muss der Hauseigentümer tragen. Laut Angaben des Mieterbundes wird Energieausweise auf Grundlage des gemessenen Energieverbrauchs schon für Beträge zwischen 25 und 100 Euro, teilweise sogar noch billiger, angeboten. Der Energieausweis auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs kostet je nach Aufwand und Größe des Gebäudes etwa 200 bis 800 Euro.

Parse Time: 0.110s || Gourmet Weinhandel

Valid XHTML 1.0!